Kardinal Robert Prevost, nun Papst Leo XIV., stand sichtlich gerührt auf der Loggia! Seine Stimme war zittrig, immer wieder fasste er sich nervös ans Gesicht und schickte dann seinen ersten Gruß an die Weltöffentlichkeit. Die Welt stand kurz still … Sicherlich hat er gezittert, weil das Papstamt eine übermenschliche Aufgabe ist. Aber vielleicht auch deshalb, weil ihn nun die ganze Welt mit großen Augen anblickte: „Wer bist du?“
„Wer ist Kardinal Robert Prevost?“, ist sicherlich eine Frage, die sich die meisten von uns gestellt haben, als er zum ersten Mal als neu gewählter Papst vor die Weltöffentlichkeit trat. Ich habe einmal weltkirchlich gearbeitet und hatte einen Kontakt nach Amerika zu jemanden, der sich dort kirchenpolitisch sehr gut auskennt, und zu jemandem, der ein „Player“ der Weltkirche ist: der die meisten von Ihnen beim Vornamen nennt, und nicht nur ihre E-Mails, sondern Einiges mehr an Heiklem, Lustigem, der Öffentlichkeit verborgenem über sie kennt. Aber da gab es nichts: Keine Anekdoten, keine Geschichten, keinen interessanten und aufschlussreichen „Tratsch und Klatsch“!
… und dann fing der neue Papst selbst an zu reden! Aber anstatt über sich als Kardinal Prevost zu sprechen, hat er darüber gesprochen: Was ist eigentlich ein Papst? Sicherlich hat er damit die Frage am treffendsten beantwortet: Nicht im Rückblick auf seine Vergangenheit, sondern im Lichte seiner „Neugeburt“ als Papst Leo XIV. und seiner Bedeutung für uns!
Wer oder was ist der Papst für uns in der Jugend 2000? Darüber wollen wir mit euch nachdenken! Und dazu schauen wir uns zunächst an, wie uns die bisherigen Päpste geprägt haben:

Papst Johannes Paul II. (1978-2005) hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Jugend 2000 gegründet wurde! Immer wieder sind wir zu seinen Weltjugendtagen gepilgert und haben dazu Tausende von jungen Menschen miteingeladen. Wir haben gespürt, wir sind nicht allein, Kirche ist nicht „out“, wir sind Teil einer weltweiten, jungen Gemeinschaft! Und er hat jungen Menschen einen Job mitgegeben, der uns bis heute prägt. Wir empfehlen euch besonders seine Enyzklika: Ecclesia de Eucharistia

Papst Benedikt XVI. (2005-2013) hat uns als deutscher Papst besonders geprägt. Unvergesslich ist der Weltjugendtag 2005 in Köln. Er war einer der überragenden theologischen Köpfe seiner Zeit und seine Fähigkeit in einfachen, kristallklaren Worten, Glaubenswahrheiten zu erklären, hat uns tief inspiriert. Wir haben gelernt, die Kirche mit Kopf und Herz zu lieben, und dass Glauben und Verstand keine Gegensätze sind. Wir empfehlen euch besonders seine Enzyklika: Deus Caritas Est

Papst Franziskus (2013-2025) hat uns gelehrt und motiviert „missionarische Jünger“ zu sein, keine faulen „Coach-Potatoes“, kein Haufen um sich selbst kreisender Kauze. Nein, wir sollten unterwegs (synodal = gemeinsam unterwegs) sein, mit und wie Maria, um das Evangelium zu verkünden und es bis an die Ränder der Gesellschaft zu tragen. Wir empfehlen euch besonders seine Enzyklika: Christus Vivit.

Und nun haben wir seit dem 8. Mai 2025 unseren „neuen“ Papst Leo XIV. Er hat uns in seinen kurzen Tagen im Amt selbst daran erinnert, was die Aufgabe des Papstes ist:
- Der Papst ist der Fels, auf dem die Kirche aufgebaut ist, in dem Sinne, dass er das Bekenntnis zu Jesus als „Christus, der Sohn des lebendigen Gottes“ (Mt 16,16) im Widerstreit der Meinungen unserer Welt aufrecht erhält. (Siehe seine erste Predigt in der Sixtinische Kapelle)
- Er ist unser Vorsteher nicht als Diktator, sondern in der Liebe. So wird das Papstamt (besonders im Brief von Ignatius an die Römer) seit den ersten Tagen bezeichnet. (Rede zur Amtseinführung)
- Er versteht seinen Dienst darin, dass er das sichtbare Zeichen der Einheit ist! Ohne so ein Zeichen würde die Kirche – die Reformation zeigt es – in tausend Stücke „zerbröseln“. (Katechismus der Katholischen Kirche 882)
- Sein Name ist – so scheint es – auch eine programmatische Ansage: Leo der Große hat den christlichen Glauben bei einem der wichtigsten Konzilien in Chalcedon (451) gegen Irrglauben verteidigt. Fast hätte es die Kirche damals zerrissen. Leo XIII. gilt als der Vater der katholischen Soziallehre (schau dir mal seine Enzyklika „Rerum Novarum“ an).
Die Päpste sind für unseren Glauben wichtig! Nun haben wir Papst Leo XIV.: Gerade in diesen ersten Tagen seiner Amtszeit ist es besonders wichtig, ihm mit offenem Herzen zuzuhören. Lasst uns ihm nicht nur zuhören, sondern ihn unterstützen, indem wir jungen Menschen in Glaube, Hoffnung und Liebe das Evangelium bringen und bezeugen. Wir wollen ihn als Jugend 2000 in seinem Dienst als Heiligen Vater annehmen und gemeinsam mit ihm unterwegs sein und für ihn beten.
