Wenn ich an Sail & Pray 2026 zurückdenke, denke ich nicht nur an eine Segelfahrt, sondern an eine Woche, in der Gott mir auf eine Weise begegnet ist, mit der ich nie gerechnet hätte.

Ich bin ohne große Erwartungen mitgekommen. Ich hatte einfach Lust, auf einem Segelboot zu sein, und kannte vorher niemanden. Deshalb war ich anfangs unsicher. Unsere Anfahrt mit einem VW Bus war um ehrlich zu sein eine Herausforderung für mich.
An Bord der Boentke wurden wir von Nils, unserem Kapitän und unserer Matrosin Isa empfangen. Johanna leitete die Fahrt mit viel Herz und Pater Christoph wurde für viele von uns zu einer wichtigen Ansprechperson. Und auch Francesco und Andi haben unsere Gruppe mit viel Humor und Offenheit begleitet.
Der Alltag auf dem Schiff war entspannt: neben unseren Aufgaben beim Segel setzen zu helfen und beim kochen, spülen, aufräumen zu helfen, hatten wir auch viel Zeit um a Deck zu chillen. Jeden Tag haben wir gemeinsam Heilige Messe gefeiert und auch einen Impuls mit Kleingruppenzeit gehabt.
Innerlich war ich zu Beginn allerdings sehr belastet. Einen Monat vor der Fahrt hatte ich meine Kündigung bekommen und wusste nicht, wie es finanziell weitergehen sollte. Durch Gespräche mit Pater Christoph und anderen Teilnehmern wurde ich immer wieder daran erinnert, dass Gott mich versorgt.
Besonders prägend war der Freitag.
Der Morgen war sonnig. Nach meiner Beichte fühlte ich mich frei und friedlich. Ich lag mit einer neu gewonnenen Freundin a Deck und hatte zum ersten Mal echten Frieden mit meiner Zukunft.
Ich wollte Gott vertrauen.

Dann zog plötzlich ein Gewitter auf.
Wir holten die Segel ein und gingen unter Deck. Es donnerte, hagelte, und draußen tobte ein Sturm. Gemeinsam beteten wir den Rosenkranz in verschiedenen Sprachen.
Mitten im Gebet hatte ich den starken Eindruck, dass Gott zu mir sagte:
„Siehst du diesen Sturm? Genau so fühlt sich dein Leben gerade an. Aber wenn du mir vertraust, bringe ich dich sicher an Land.“
Dieser Satz traf mich tief.
Danach ging ich in meine Koje und betete weiter. Als mich später die Glocke zum Essen rief, merkte ich, dass fast zwei Stunden vergangen waren.
Als ich nach draußen kam, war alles verändert. Der Sturm war vorbei. Die Sonne schien wieder. Vor uns lag eine Insel.
Zum Abendessen gab es Kaiserschmarrn, später machten wir Lagerfeuer auf der Insel. Der Sonnenuntergang war wunderschön, und im Mondschein wurde mir etwas klar: Gott hatte gehalten, was er mir gesagt hatte.
Er hatte uns sicher an Land gebracht.

Diese Erfahrung hat mein Vertrauen in Gott tief verändert. Ich habe verstanden: Gott bringt uns nicht nur durch den Sturm. Oft wartet auf der anderen Seite sogar etwas Schöneres, als wir erwarten.
Besonders bewegend waren auch die Heiligen Messen an Bord und auf einer einsamen Insel. In diesen Momenten schien der Himmel ganz nah.
Aus Fremden wurden Freunde, aus einer spontanen Entscheidung wurde eine unvergessliche Woche.
Ich bin dankbar für die Freundschaften, die ich schließen durfte, für die Gemeinschaft und für alles, was ich erleben durfte.

Sail & Pray war für mich viel mehr als eine Segelfahrt. Es war eine Woche voller Frieden, Vertrauen und der Erfahrung, dass Gott sein Wort hält.