Prayernight in Schemmerhofen – Es geht um Alles!

„Glaube – Was bringt’s?“

Dieser Frage folgten am Samstag, den 22. September, gut 150 Prayernightbesucher und füllten das Gemeindehaus St. Anna neben der großen Wallfahrtskirche in Schemmerhofen bis auf den letzten Platz.

Nach einer lockeren Warm Up Session mit Ralf, Laura und üppigen Buffet ging es pünktlich um 17 Uhr auf Sendung mit Radio Horeb und dem Referenten Kaplan Ludwig Siemes aus Seligenstadt bei Frankfurt, der das Warm Up in Feuer verwandelte.

Kraftvoll, enthusiastisch, bestimmt, entschieden und mit jugendlicher Frische zog er die Teilnehmer in Bann und konfrontierte sie mit aktuell „wichtigen Dingen“ – viele Follower, Sixpack, Gruppenzwang – denen wir angeblich nachkommen müssen, um das zu bekommen was scheinbar etwas „bringt“. Im Gegenzug tun wir viele Dinge nicht, von denen wir wüssten, dass sie wirklich etwas bringen würden, beziehungsweise geben uns Taten hin, derer wir uns schämen (Pornografie) und die uns offensichtlich schädigen (Rauchen).

Um überhaupt feststellen zu können „was etwas bringt“ lohne es sich mal zur Bibel zu greifen und die Weisheiten zu betrachten, die Jahrtausende überdauert haben und bis heute uns direkt ansprechen. Denn neben allen Dingen, für oder gegen die wir uns tagtäglich entscheiden, gibt es vor allem eins, das wir tatsächlich müssen – „sterben“.


„Unser Leben währt siebzig Jahre, und wenn es hoch kommt, sind es achtzig. Das Beste daran ist nur Mühsal und Beschwer, rasch geht es vorbei, wir fliegen dahin.“
(Psalm 90,10)


Auch wenn wir dies vielleicht verdrängen, so ist dem Leben doch eine Frist gesetzt, ein Ende, das definitiv eintritt. Dieses Ende macht unser Leben einzigartig, denn es kann nicht wiederholt werden. Mit diesem Bewusstsein bekommt aktuell angeblich Wichtiges oder scheinbar Unwichtiges, wie der Glaube, eine neue Bedeutung, so Siemes, der auf die entscheidende Bibelstelle verweist:


„Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“
(Joh 3,16)


Ob Glaube etwas bringt, lässt sich dabei nicht bemessen, wie eine Gewinnvermehrung. Die Bedeutung des Glaubens erwächst aus Erfahrungen mit Gott, denen eine persönliche Entscheidung vorangeht. Der Wert des Glauben übersteigt dabei irdische Dimensionen, denn er verheißt das ewige Leben, das jedem durch den Erlösertod Christi geschenkt wird, der ihn angenommen hat. Es geht dabei nicht um einen Nutzen, wie wir ihn irdisch bemessen – Es geht um alles!

Den Anfang dazu hat Gott bereits in unserer Taufe gelegt, wo er uns durch die Besiegelung mit seinem Namen die göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe grundgelegt hat. Glaube ist dabei keine Zigarettenschachtel, die man rauszieht, wenn man sie braucht, so Siemes. Glaube ist Beziehung. Es liegt an uns selbst, ob wir den Glauben leben wollen, uns dafür entscheiden – täglich neu – und so immer mehr in eine lebendige, erfüllende und tragende Gemeinschaft mit Gott hineinwachsen, sodass wir selbst erleben, was der Glaube uns im Leben, aber vor allem darüber hinaus bringt. Es geht um alles! Nach begeistertem Beifall hatten die Teilnehmer die Gelegenheit Fragen an den Referenten zu stellen und sich bei Häppchen und Getränken auszutauschen. Kinder waren währenddessen mit einem eigenen Kinderprogramm (PrayerKids) betreut.

Nach dem Rosenkranz stimmte unsere JUGEND 2000 Band feierlich auf den Jugendgottesdienst mit knapp 400 Teilnehmern ein. In seiner Predigt vertiefte Kaplan Siemes noch einmal das Thema seiner Katechese und führte die Anwesenden in der anschließenden Eucharistischen Anbetung in die Liebe Gottes, die in Jesus und damit im gewandelten Brot ein Gesicht bekommen hat. Verschiedene Gruppen gestalteten bis zum sonntäglichen Abschlussgottesdienst mit Prälat Glaser Anbetungsstunden, bei denen die Besucher eingeladen waren, vor dem Allerheiligsten zu verweilen, Kerzen anzuzünden, Bibelstellen zu ziehen oder Gebetsanliegen zu hinterlassen. Ebenfalls spendeten Priester das Sakrament der Versöhnung. Wie bei jeder Prayernight stieg um Mitternacht wieder die sogenannte Prayersession mit der JUGEND 2000 Band, bei der der eucharistische Einzelsegen gespendet und der Heilige Geist auf die Herzen, Gemeinde, Region und Land herabgerufen wurde. Wieder einmal dürfen wir auf ein besonders gnadenreiches Prayernightwochenende zurückblicken und danken Gott für sein Wirken!

Wer Katechese und Predigt gerne nachhören möchte, kann dies jeweils hier und hier über die Radio Horeb Podcasts tun.