Papst Leo XIV. hat seine erste Enzyklika herausgebracht: Magnifica Humanitas. Autor Peter Winnemöller hat uns die Erlaubnis gegeben, seinen Artikel in leichterer Sprache hier zu veröffentlichen. Lest selbst!

Ersetzt KI den Menschen?

Die erste Enzyklika eines neuen Papstes ist immer entscheidend. Sie zeigt an, welche Themen ihm wichtig sind, welche Schwerpunkte er in seinem Pontifikat setzen will, und was er als Aufgabe der Kirche für seine Zeit empfindet!

Nun hat Papst Leo XIV., mit seiner ersten Enzyklika „Magnifica Humanitas“ ein Thema vorgelegt, das aktueller nicht sein könnte: KI!

Kirche veraltet? Nein, immer wieder bezieht sie Stellung zu aktuellen Zeitfragen und gibt wichtige Orientierung. So auch hier!

Tradition der Sozialenzykliken

Seit Leo XIII., seinem Namensvorgänger, gibt es die Tradition der „Sozialenzykliken“: Aus dem christlichen Menschenbild heraus wird – oft gegen den Zeitgeist – Stellung bezogen zu sozialen Brennpunkt-Themen (Siehe seine erste Enzyklika: „Rerum Novarum“)

Was die Kirche durch die Zeit in ihren „Sozialenzykliken“ entwickelt hat, sind wichtige soziale Grundsätze, die uns auch als JUGEND 2000 als „Baumeister einer Zivilisation der Liebe“ wichtig sind. Sie finden sich alle in der Soziallehre der Kirche. Sie geben uns Orientierung, wie wir als Christen in der Welt leben sollen.

Eines der wichtigsten Prinzipien der Soziallehre ist es, dass jeder Mensch Würde besitzt und diese zu schützen ist. Das gilt für mich, aber auch für jeden anderen.

Das Digitale und der Mensch

Genau dieses Prinzip der „Würde des Menschen“ rückt auch Papst Leo XIV. ins Zentrum seiner Auseinandersetzung mit der KI.

Künstliche Intelligenz kann enorme Hilfe leisten, aber ist kein Mensch und darf ihn nie ersetzen. Ein paar Beispiele gefällig? KI

  • hat keinen Leib,
  • keine Erfahrung,
  • kein Gewissen,
  • keine Liebe,
  • keine Schuld,
  • keine Vergebung,
  • und keine Verantwortung.

KI ist und wird niemals Mensch sein. Ihre Verbesserungen basieren auf statistischer Anpassung! Diese „Verbesserungen“ unterscheiden sich fundamental von der „Reifung einer Person!“.

Wobei wir aufpassen sollten

Wer nur ein wenig mit KI zu tun hat, wird sich ihrer Faszination und ihrem Sog kaum entziehen können.

Aber der Papst warnt vor der Versuchung, sich der scheinbar überlegenen Intelligenz hinzugeben: Er spricht sich besonders gegen Versuche und Ziele aus, bei denen der Mensch verbessert, erweitert oder gar ersetzt werden soll. (Siehe Transhumanismus oder Posthumanismus)

Leo XIV. verteufelt das Digitale dabei nicht: Er lobt sie sogar, wo sie heilt, schützt oder Leiden lindert.

Aber er warnt vor einem Menschenbild, das den Menschen mit Computern gleichsetzt und

  • das Schwäche,
  • Alter,
  • Krankheit,
  • Behinderung,
  • und Begrenztheit

beim Menschen nur noch als Defekte betrachtet, die überwunden und ersetzt werden müssen.

Was ist der Mensch?

So ein Denken ist gefährlich!

Bei so einem Denken wird der Mensch zum optimierbaren Material! Seine Würde an sich zählt nicht mehr. Er wird bewertet:

  • als stark oder schwach,
  • verbesserungswürdig oder nicht verbesserungswürdig,
  • belastend oder nicht belastend,
  • etc.

Seine Größe liegt nicht in technischer Selbstüberwindung,

  • sondern in Liebe,
  • Fürsorge,
  • Freiheit,
  • Verantwortung
  • und Gnade.

Papst Leo betont , dass der Mensch gerade in seiner Verletzlichkeit und Schwäche erst beziehungsfähig wird.

Wie wir mit KI umgehen müssen – 3 Key Points

Und dann gibt uns Papst Leo XIV. einen Kompass mit, wie wir mit KI umgehen sollten als Christen.

1) Geh ethisch mit ihr um: In digitalen Welten darf Aufmerksamkeit nicht ausgebeutet, Angst gesteigert und Wirklichkeit beliebig gemacht werden. Das ist wichtig, weil in der digitalen Welt oft die Wahrheit verdreht und benutzt wird zur Manipulation.

2) KI ersetzt nicht den Arbeiter, sie soll ihm helfen und dienen: Die Einführung von KI ist nicht per se schlecht, darf aber nicht nur nach Kriterien der Produktivität beurteilt werden. Entscheidend ist, ob sie die Würde des arbeitenden Menschen wahrt.

3) Um souverän mit KI umzugehen, musst du dich auch unabhängig von ihr intellektuell und menschlich weiterbilden: Papst Leo XIV. warnt vor den Gefahren des Digitalen: Sie kann zur Abhängigkeit führen, Verhalten steuern, das Konsumdenken überbetonen, uns die Freiheit rauben. Papst Leo betont, dass wir, um frei zu bleiben als Mensch, Bildung brauchen, und unsere Gewissen und innere Reife entwickeln müssen.

Mensch sein – Magnificat als Richtschnur

Für uns als JUGEND 2000, die wir uns an der Hand Mariens führen lassen wollen, ist besonders der Schluss der Enzyklika sehr inspirierend. Der Text gipfelt in einer Betrachtung über das Magnificat. “Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.” In diesem Satz ist das Anliegen der Enzyklika zusammengefasst.