Unsere Reiseroute
26.07.-
28.07.
28.07.
28.07.-
03.08
04.08. – 09.08.
Gemeinsame Vorbereitung, Gebet und Impulse in Modena.
Zwischenstopp in Assisi.
Jubiläum der Jugend in Rom
Ausklang in Lozano.
Die Romfahrt der JUGEND 2000- Pilger der Hoffnung werden
Am 24. Dezember 2024 öffnete Rom die Heiligen Pforten: Mit diesem Symbol eröffnet Rom das sogenannte Heilige Jahr.
Millionen von Gläubigen pilgern nach Rom, um sich während dieses Gnadenjahres durch das symbolische Durchschreiten der Pforte und den Besuch der vier Hauptkirchen, Gebet und Beichte einen vollständigen Ablass zu erwirken,mit dem Ziel, einen neuen Anfang mit Gott zu setzen.
Dieses Jahr stand es unter der Motto „Pilger der Hoffnung“ sein. Eines der vielen Highlights war das Jubiläum der Jugend vom 28. Juli bis 4. August.


In Modena – Einstimmung
von Martin Seefried
200 Jugendliche und junge Erwachsene, die sich auf ein zwei Wochen langes Abenteuer einlassen, sind für sich genommen schon ein Zeugnis für das Wirken Gottes. Am Samstag, den 26. Juli, ging es los. Unsere erste Station war Modena. Dort hatten wir Kontakt zu einer Gemeinschaft aufgenommen, in der Jugendlichen geholfen wird, eine Berufsausbildung zu machen. Don Stefano, der Leiter, war skeptisch, ob die Deutschen Jugendlichen mit ihrem Unglauben nicht am Ende ein schlechtes Beispiel für seine Jugendlichen wären: Er hatte viel Negatives über die Kirche in Deutschland gehört und war ziemlich reserviert.
Aber das änderte sich schnell: Als er an der ersten Messe teilnahm und dort die Verbindung aus Lobpreis und Andacht miterlebte, wuchs in ihm die Verwunderung! Als er schließlich unsere jungen Teilnehmer beobachtete, wie sie in Andacht die Kommunion empfingen still beteten, war ihm – auch ohne die Sprache zu verstehen – schnell klar, dass er sich in unseren „Deutschen“ getäuscht hatte.
Wir konnten ihm eine Spur des Lichtes zeigen. Abends zeigte er uns Bilder einer Eucharistischen Anbetung mit einer amerikanischen Lobpreisband, die vor einem Jahr auf der Wiese hinter dem Haus stattfand. Da wussten wir, dass wir in Modena direkt zuhause angekommen waren: Die Bilder sahen fast genauso aus wie unsere Prayer-Festivals.
Der erste Abend war er ein erster Höhepunkt unserer Reise: Lobpreis, Anbetung und Ziller-Taler-Hochzeitsmarsch überwanden die Sprachbarriere zu den italienischen Jugendlichen. Das Team von Don Stefano tischte für uns alle ein festliches Essen auf.
Bei der stillen Anbetung in den frühen Morgenstunden vor der Abfahrt reichte die wunderschöne Hauskapelle für die vielen Beter kaum aus.





Abfahrt von Modena
Am Sonntagvormittag hatten wir als Gruppe Zeit, in einer ersten Katechese unsere Pilgerfahrt zu reflektieren:
Wir gehen im Leben nicht von Erfolg zu Erfolg, sondern vom Scheitern zur Gnade. Wir brauchen gar nicht so tun, als ob wir fromm wären, um eine Spur des Lichtes in unserem Leben zu verbreiten. Im Gegenteil, gerade, wo wir unser Scheitern zugeben, werden wir zu Zeugen für das Handeln Gottes in unserer Umgebung.
Die übergroße Dankbarkeit und Hilfsbereitschaft von Don Stefano und unseren Gastgebern war für uns ein deutliches Zeichen. Wir waren Zeugen des Lichtes, ohne dass wir etwas besser gemacht hätten als andere.
Am Sonntagabend war die Messe zweisprachig mit italienischen Jugendlichen.
Mit prall gefüllten Mittagessen-Paketen ausgestattet, stiegen wir am darauf folgenden Tag, dem Montagmorgen, wieder in unsere drei Reisebusse, und nahmen Abschied von Modena.



Zwischenstopp Assisi
Ja, wir haben viel Zeit im Reisebus verbracht. Doch die war überraschend kurzweilig, auch weil es nie durch die Nacht ging, sondern immer tagsüber gefahren wurde. Unterwegs war Zeit für Katechese und Glaubensgespräche und natürlich für viel Gebet und Gesang.
Unser Zwischenziel am Montag war Assisi, dort wollten wir am Freialtar vor der Basilika die Messe feiern und neben Franz von Assisi auch Carlo Acutis besuchen, der dort begraben liegt.
Statt stechender Hitze erwartete uns aber strömender Regen. Vielleicht war das auch gut so, denn so durften wir in der Basilika des Heiligen Franziskus die Messe feiern.
Die Franziskaner in Assisi staunten nicht schlecht, wie viel Material Radio Horeb für die Liveübertragung der Messe in ihre Basilika hineinschleppte. (Aber noch mehr staunten sie, wie schnell nachher alles wieder aufgeräumt war!) Wir waren dankbar für unsere Freunde von Radio Horeb, die nicht nur die Technik für die Übertragung, sondern auch noch die Technik für unsere eigene Band mit aufbauten.
Weihbischof Florian Wörner war zu uns gestoßen, um als Hauptzelebrant die Messe zu feiern, weil er mit uns im Bus die letzte Strecke nach Rom mitfahren wollte. Die Messe in der gesammelten Atmosphäre der Unterkirche war ein Geschenk.




Ankunft zum Jubiläum- erste Probleme
In Rom angekommen, erwartete uns zunächst eine Herausforderung. Die Turnhalle, vor der uns unsere Reisebusse absetzten, war drei Stunden von Rom entfernt. Wie sollten wir von da aus zur Willkommensfeier am Petersplatz und wieder zurückkommen? Schnell wurde klar, dass wir den Beginn der Jubiläumsfeiern verpassen würden.
Während sich das Programmteam eine Nacht lang die Handy-Akkus leer telefonierte, um irgendetwas für den nächsten Tag zu organisieren, erlebten die Teilnehmer, dass die Duschen scheinbar schon monatelang nicht mehr benutzt waren und das Wasser nur kalt und dreckig floss.
Unser erster ganzer Tag in Rom war ein Tag voller Herausforderungen und Konflikten. An die Grenzen von Müdigkeit und Geduld gebracht wurde aber bald sichtbar: Wer hier im Team mitarbeitet, der kennt die Quelle seiner Kraft (nämlich Jesus) und der kann Schwäche zugeben und Fehler eingestehen.
Ein Team zog sogar noch in der Nacht los, um Frühstück für alle 200 Teilnehmer zu organisieren.



Die Heilige Messe gibt uns Kraft
Es gelang eine Messe in der Lateranbasilika zu organisieren. Florian Wörner war bei uns, um sie mit uns zu feiern: Wir wurden von der Mutter aller Kirchen in Rom empfangen. Noch vor dem Durchschreiten der Heiligen Pforte in der Lateranbasilika hatten wir genug Zeit, Beichte zu hören. So bereiteten sich viele Jugendliche mit dem Bekenntnis ihrer Sünden und dem festen Entschluss, einen Neuanfang zu machen, auf den Moment vor, an dem sie an einem späteren Zeitpunkt durch die heilige Pforte gehen würden.
Tatsächlich wurde für uns die Erfahrung des Jubiläumsablasses in diesem Moment sehr greifbar. Aus dem Lärm der Stadt und der Müdigkeit der weiten Reise kamen wir im Schoß der Kirche zur Ruhe: Herz und Gemüht wurden ruhig in der Freude zuhause zu sein.


Eucharistische Anbetung
Am Mittwoch und am Donnerstag machten wir uns früh am Morgen auf den Weg, um bei der Katechese und der Messe in der St. Anima Kirche dabei zu sein. Auf Bitten der Jugend 2000 hatte die Arbeitsstelle für Jugend der deutschen Bischofskonferenz (AFJ) für die Deutschen Pilger ein Programm aufgestellt, das ähnlich wie beim Weltjugendtag eine tägliche Katechese und Messe beinhaltete. Die St. Anima Kirche direkt an der Piazza Navona im Zentrum Roms bot dafür eine beeindruckende Gelegenheit. Viele Gruppen aus dem ganzen deutschsprachigen Raum nutzten diese Gelegenheit, so dass die Kirche täglich übervoll war. Die Band der Jugend 2000 füllte die Atmosphäre mit Gebet und Lobpreis.
Besonders beeindruckend war der Eucharistische Gebetsabend am Donnerstag im Stile von Nightfever. Die 2000 Teelichter, die wir auf der Piazza Navona mit der Einladung in die Kirche zu kommen ausgegeben haben, waren schon nach einer Stunde alle weg. Wir schätzen, dass weit mehr Menschen im Laufe des Abends für ein paar Minuten zu Jesus in die Eucharistische Anbetung gekommen waren. Unter allen deutschen Pilgern wurde dieser Abend als Höhepunkt erwähnt. Besonders ein Moment ist in Erinnerung: Um eine Bibelstelle zu zeihen durften die Beter in den Altarraum der Basilika eintreten. Nach anfänglichem Zögern füllte sich dieser Platz, so dass mehr als 100 junge Menschen direkt im Kreis um Jesus im Sakrament der Eucharistie knieten.




Entscheidung für Jesus – Die Heilige Pforte
Die Entscheidung für Jesus wurde beim Durchschreiten der Heiligen Pforte des Petersdomes besonders deutlich, denn sie war durch die Gebetszeit entlang Via della Conciliazione (italienisch für Straße der Versöhnung) vorbereitet. In einer Reihe mit tausenden Jugendlichen in den Petersdom einzutreten und den Dom gefüllt mit jungen Betern zu erleben ist mehr als hoffnungsvoll, es ist ergreifend.
Diese Generation der Freude war am Samstag beim Marsch zum Tor Vergata noch sichtbarer. Bei unserem Fußweg zu dem großen Versammlungsort konnten wir einen Strom von Menschen sehen, der sich über die gesperrte Autobahn kilometerweit hinzog. Eine Million Menschen die geduldig warten und friedlich eine Nacht im Freien verbringen, das ist auf diesem Planeten einmalig. Vielleicht gibt es kaum größeren Menschenversammlungen als diese.
In der Nacht während der Vigil konnte man die Liebe Jesus bis in die letzte Reihe spüren, auch wenn den meisten der Blick auf die Monstranz nur durch die aufgebauten Leinwände möglich war. Die Atmosphäre des Gebetes war in der Stille und Sammlung dieser ungeheuren Masse von Menschen greifbar. Papst Johannes Paul II. sagte einmal zu seinen Studenten, dass Christen keine Massenhysterie erzeugen, denn auch wenn sehr viele Menschen zusammen sind, erlebt sich jeder im Gebet als persönlich von Gott gemeint und gesehen. Nie sind wir so persönlich und individuell gemeint wie im Gebet, auch wenn wir es in großer Zahl gemeinsam tun. Diese Erfahrung, in der großen Menge von Menschen persönlich von Christus gemeint zu sein, wird von den meisten Teilnehmern geteilt und war in dieser Nacht deutlich spürbar.




Ausklang Lozano
Ich weiß nicht, wer das Kommando gegeben hat, aber beim Abmarsch von unserem Abschnitt auf dem Feld wurde der Müll zusammengeräumt und der Rasen fein säuberlich nach Resten abgesucht.
Sicher von Gott gefügt: Durch Zufall trafen wir auf dem Feld nicht nur die Jugendlichen aus Modena wieder die wir auf dem Hinweg kennengelernt hatten, sondern auch die Jugendgruppe, die uns auf unserem Heimweg beherbergen würde. Auf dem Weg nach Hause blieben wir noch 4 Tage im norditalienischen Arenzano im Heiligtum des Prager Jesu Kindes, das von Karmeliten betrieben wird.
Nicht nur das Strandkonzert und der ausgelassene Bunte Abend bleibt in Erinnerung, sondern auch die viele Zeit die wir dort vor dem ausgesetzten Allerheiligsten verbringen konnten. Von Arenzano aus besuchten wir in Tourin Don Bosco, den Seligen Piere Giorgio Frassati und das Grabtuch.
Mit wunderschönem Blick auf das Meer und unglaublicher Gastfreundlichkeit wurden uns eine Zeit der Entspannung und Freude geschenkt, die wir kaum für möglich gehalten hätten. Jeden Morgen staunten wir über das Geschenk unseres Lebens und hatten viel Zeit Freundschaften zu vertiefen und Vorsätze zu fassen.



Die VISION
Das WHY, HOW und WHAT

Unten seht ihr „Interna“, unser Visions-Blatt, dass wir für die Planung vor der Reise erstellt haben: Was unsere Ziele der Reise waren und wie wir sie erreichen wollten. Sagt selbst, haben wir sie erreicht? Das Feedback der Teilnehmerinnen und Teilnehmer jedenfalls war überwältigend.
Immer noch sind wir im Geschäft der Neuevangelisation: Immer noch versammeln wir die Jugend der Welt um die Eucharistie, begeistern sie für die Schönheit des Glaubens, zeigen ihnen, dass sie nicht alleine sind, und dass die Kirche jung ist und lebendig. Immer noch verändern unsere Reisen die Teilnehmer und damit das Gesicht der Kirche in Deutschland, indem sie ein Strahlen und Begeisterung für unseren Katholischen Glauben in die Herzen junger Menschen einpflanzen. Sie ist „alive“: Die Generation der Liebe, die eine Kultur des Lebens pflegt und weiterträgt.

