Weltjugendtag Krakau 2016

Ein genialer Weltjugendtag in Krakau mit 1,6 – 2,1 Millionen Jugendlichen liegt hinter uns! Wir selbst waren mit 450 Teilnehmern in drei verschiedenen Fahrtkombinationen mit dabei, durften eine der deutschen Katechesekirchen betreuen und unser internationales Team in der YOUTH 2000 Anbetungskirche – der Marienbasilika im Herzen der Stadt – unterstützen.

Während unsere Langfahrer noch einige Tage in Polen bleiben und an der Ostsee das Erlebte reflektieren, die Gemeinschaft weiterleben und einfach mal entspannen, sind unsere Kurzfahrer und die Ultrakurzfahrer schon wieder daheim angekommen und die Erfahrungen des Weltjugendtags klingen auch hier noch nach.

Wir schauen mit großer Dankbarkeit auf diese Tage und besonders auf alle Menschen zurück, die uns empfangen, betreut, verpflegt, willkommen geheißen und mit uns gebetet haben. Und nicht zuletzt auch Danke an unser wunderbares Team Krakau, dessen Arbeit in den letzten Jahren an diesen Tagen sichtbar geworden ist! Dzi?kuj?!

Tage der Begegnung in unserer Gastdiözese Breslau
Am 22. Juli sind wir aus verschiedenen Richtungen mit ca. 400 Teilnehmern aufgebrochen und alle hatten ein Ziel – Breslau, oder auf Polnisch Wroclaw. Am späten Abend wurden wir herzlich von unseren Gastgebern und unserem Vorabteam begrüßt und natürlich auch herzhaft verpflegt. Am Samstag ging es direkt in das Weltjugendtagsgewimmel mit Lobpreis in Bus, Bahn und auf der Straße und einem bunten Mix vieler Länder auf den Straßen Breslaus. Unser Ziel war vor allem die Heilige Pforte der Barmherzigkeit in Breslau, zu der schon die Massen strömten. In der Kathedrale empfing uns Jesus selbst in der eucharistischen Anbetung. Im Anschluss hatten sich alle deutschen Pilger zu einer gemeinsamen Heiligen Messe verabredet, die von Jugendlichen aus der Diözese Köln gestaltet wurde. Wir waren in diesem Gottesndienst besonders mit den Opfern des Attentats von München verbunden.
Nach der Messe gab es einen ersten gemeinsamen Treffpunkt für alle JUGEND 2000 Pilger, denn wir waren auf verschiedene Pfarreien verteilt. Gemeinsam ging es dann zu „Singing Europe“ in das Stadion Breslaus. Dort gab es unter anderem ein Konzert mit Sr. Christina, die durch die Italienische Show „The Voice of Italy“ bekannt wurde. Mit allen 29.000 Pilgern, die die Tage der Begegnung in Breslau verbrachten, kam hier schon ein kleiner Vorgeschmack auf Krakau auf.

Den Sonntag verbrachten wir in unseren Gastpfarreien mit Pfarrfesten, Picknick, Mercy Fest und anderen Aktivitäten und am Montag verabschiedeten wir uns dann bei einem gemeinsamen Gottesdienst in Trebnitz, einem der wichtigsten Wallfahrtsorte Polens, wo auch das Grab der Hl. Hedwig liegt.

Weltjugendtag in Krakau
Am Montagabend trafen wir schließlich alle in unserer Unterkunft in Krakau ein und durften feststellen, dass wir ganz zentral in der Stadt untergebracht waren, mit nur ca. 10 min Fußweg zum Hauptmarkt mit den Tuchhallen und der Marienbasilika.

Am Dienstag folgte dann die offizielle Eröffnung des Weltjugendtags auf der Bloniawiese mit Kardinal Dziwisz. In seiner Predigt sagte er:
„Wir alle sind heute hier, weil Jesus Christus uns versammelt hat. Er ist das Licht der Welt. Wer Ihm folgt, wird nicht im Dunkeln herumirren (vgl. Joh 8, 12). Er ist der Weg, das Licht und das Leben (vgl. Joh 14, 6). Er hat Worte des ewigen Lebens. Zu wem sollen wir sonst gehen? (vgl. Joh 6, 68). Nur Er – Jesus Christus – ist dazu imstande die tiefsten Wünsche des menschlichen Herzens zu erfüllen. Er war es, der uns hierher geführt hat. Er ist mitten unter uns. Er begleitet uns wie die Jünger auf dem Weg nach Emmaus. Vertrauen wir Ihm in diesen Tagen unsere Angelegenheiten, Ängste und Hoffnungen an. Er wird uns in diesen Tagen nach Liebe fragen, so wie Er auch Simon Petrus gefragt hat. Weichen wir der Antwort auf diese Frage nicht aus.“

Am Mittwoch haben wir schließlich die erste Katechese auf dem Weltjugendtag mit Bischof Neymeyr aus Erfurt, den wir schon aus seiner Zeit als Weihbischof in Mainz gut kennen. In der Katechesekirche der JUGEND 2000 sind auch große Gruppen aus Erfurt und Berlin mit dabei und die Stimmung ist super! Bischof Neymeyr spricht zum Thema „Wie erfahren wir Gottes Barmherzigkeit?“ und stellt uns dazu verschiedene Versuchungen vor, die uns Fallstricke auf unserem Weg sein können.
Die Katechese und Heilige Messe wurde von Radio Horeb live übertragen und kann hier als Podcast nachgehört werden: Heilige Messe und Katechese.
Am Abend steht noch ein weiteres Highlight an, nämlich der Pilgerweg der Barmherzigkeit zu den Heiligtümern der göttlichen Barmherzigkeit und Papst Johannes Pauls II. Hier treffen sich alle deutschen Pilger um in die Barmherzigkeit Gottes einzutauchen und bei einer kurzen Zeugnisrunde darf auch Philip von der JUGEND 2000 München-Freising sein Zeugnis vor allen deutschen Pilgern geben, wie er Gottes Barmherzigkeit erfahren hat.

Der Donnerstag beginnt wieder mit der Katechese und einer kleinen Verspätung, weil die Trams nicht fahren können…denn der Papst ist in Krakau angekommen und fährt mit seinem Polo auf der Strecke, die wir zu unserer Kirche nehmen wollten. Gerade noch pünktlich treffen alle zum Morgenlob und der anschließenden Katechese mit Bischof Manfred Scheuer aus Linz. Sein Thema „Sich von der Barmherzigkeit Gottes berühren lassen“! Wir alle haben die Sehnsucht nach Wahrnehmung, wir alle haben Verletzungen. Barmherzig sein heißt auch, mit dem Blick Jesu meinen Nächsten zu sehen und zu handeln, so dass wir Werkzeug Gottes werden.
Die Katechese und Heilige Messe wurde von Radio Horeb live übertragen und kann hier als Podcast angehört werden: Heilige Messe und Katechese.
Am Abend begrüßen wir den Papst in unserer Mitte auf der Bloniawiese. In seiner Begrüßungsansprache sagt er: „Jesus Christus ist es, der dem Leben wirkliche Leidenschaft verleihen kann, Jesus Christus ist es, der uns bewegt, uns nicht mit dem Geringen zu begnügen, und uns dazu bringt, unser Bestes zu geben. Jesus Christus ist es, der uns anfragt, uns einlädt und uns hilft, jedes Mal wieder aufzustehen, wenn wir uns geschlagen geben. Jesus Christus ist es, der uns treibt, den Blick zu erheben und Großes zu erträumen.“

Am Freitag treffen wir uns zum dritten Mal zur Katechese, dieses Mal mit Weihbischof Florian Wörner aus Augsburg, der die JUGEND 2000 lange Zeit als geistlicher Begleiter beraten hat, und unseren Ultrakurzfahrern. In seiner Katechese stellt er uns die leiblichen und geistlichen Werke der Barmherzigkeit vor und gegenüber.
Die Katechese und Heilige Messe wurde von Radio Horeb live übertragen und kann hier als Podcast angehört werden: Heilige Messe und Katechese.
Später begleitet er uns auch zu unserer deutschen Holy Hour in der Marienkirche, die gleichzeitig auch die Abschluss-Holy Hour unserer YOUTH 2000 Anbetungszeiten in dieser genialen Kirche ist.
Nach der Holy Hour führt der Weg direkt wieder zur Bloniawiese, wo der Kreuzweg stattfindet. Papst Franziskus sagt: „Heute braucht die Menschheit Männer und Frauen – und besonders junge Menschen wie euch –, die ihr Leben nicht „halb“ leben wollen: junge Menschen, die bereit sind, ihr Leben für den gegenleistungsfreien Dienst an den ärmsten und schwächsten Mitmenschen zu verwenden, in der Nachfolge Christi, der sich für unser Heil ganz und gar hingegeben hat. Angesichts des Bösen, des Leidens und der Sünde ist die einzig mögliche Antwort für den Jünger Jesu die Selbsthingabe, sogar bis zum Tod – genauso wie Christus; es ist die Haltung des Dienstes.“

Am Samstag nähert sich schließlich der Höhepunkt des Weltjugendtages, der gemeinsame Abschluss mit allen Pilgern und dem Papst auf dem Campus Misericordiae. Schon um 4:30 Uhr holen wir unsere Frühstückspakete ab und laufen gemeinsam zur St.Anna Kirche, wo wir um 5:30 Uhr die Hl.Messe für diesen Tag feiern. Danach brechen wir gemeinsam auf um noch eine Bahn zum Feld zu erwischen, bevor alle anderen Pilgern sich auf den selben Weg machen. Und es gelingt, wir können die Hälfte der Strecke fahren und kommen mit als Erste auf dem riesigen Abschlussgelände an. Allerdings müssen wir schnell kreative Zeltkonstruktionen errichten, denn die Sonne brennt gnadenlos den ganzen Tag auf uns herunter. In den Sektoren A6 und A11 machen wir es uns bequem und erwarten den Abend, während immer mehr Pilger zu uns strömen.
Als die Vigil beginnt, sind unsere Sektoren so voll, dass kein Zentimeter Boden ungenutzt ist.
Wir hören beeindruckende Zeugnisse von Jugendlichen, besonders Rand aus Aleppo, Syrien, bewegt uns sehr mit ihrem Bericht und ihrer Hoffnung für ihre Heimat.
Papst Franziskus fordert uns auf die Gemütlichkeit unserer Sofas zu verlassen und stattdessen Spuren zu hinterlassen, unsere Zukunft in die Hand zu nehmen und Brüderlichkeit zu leben.
„Das ist das Geheimnis, liebe Freunde, das zu erleben wir alle berufen sind. Gott erwartet etwas von dir. Habt ihr verstanden? Gott erwartet etwas von dir, Gott will etwas von dir, Gott wartet auf dich. Gott kommt, um unsere Verschlossenheit aufzubrechen, er kommt, um die Türen unseres Lebens, unserer Ansichten, unserer Blicke zu öffnen. Gott kommt, um alles zu öffnen, was dich einschließt. Er lädt dich ein zu träumen, er will dich sehen lassen, dass die Welt mit dir anders sein kann. So ist das: Wenn du nicht dein Bestes gibst, wird die Welt sich nicht verändern. Das ist eine Herausforderung.“
Danach werden Kerzen verteilt, die Anbetung beginnt und es wird ruhig auf dem Platz. Millonen Jugendliche sind zum Gebet versammelt, das ist sehr beeindruckend. Nach dem eucharistischen Segen treten verschiedene christliche Künstler auf, die bekannte Lobpreissongs spielen und die gemeinsame Nacht unter freiem Himmel beginnt.
Bewegte Bilder vom Wochenende gibt es hier: Clip

Zwischen 6 und 7 Uhr am Morgen des Sonntags erwacht das Feld langsam wieder und wir werden mit Lobpreis und Gebet geweckt. Der Höhepunkt naht, der gemeinsame Gottesdienst mit Papst Franziskus. In der Predigt verweist Papst Franziskus auf die verschiedenen Hindernisse, die Zachäus überwinden musste um Jesus zu begegnen und schlägt Brücken zu unserem eigenen Leben.
„Liebe Junge Freunde, schämt euch nicht, alles vor ihn zu bringen, besonders die Schwachheiten, die Mühen und die Sünden in der Beichte: Er wird es verstehen, euch mit seiner Vergebung und seinem Frieden zu überraschen. Habt keine Angst, ihm mit dem ganzen Elan eures Herzens „Ja“ zu sagen, ihm großherzig zu antworten, ihm zu folgen! Lasst eure Seele nicht betäuben, sondern setzt auf das Ziel der schönen Liebe, die auch den Verzicht und ein starkes „Nein“ zum Doping des Erfolgs um jeden Preis und zur Droge eines Denkens verlangt, das nur um sich selbst und die eigenen Annehmlichkeiten kreist.“
Schließlich erfolgt nach der Heiligen Messe die Ankündigung wann und wo der nächste Weltjugendtag stattfinden wird. Es ist Panama 2019!
Schon einige Tage zuvor hat das Team unserer Anbetungskirche den Präsidenten von Panama getroffen und ein kleines Gruppenbild mit ihm geschossen, darüber freuen wir uns nun natürlich umso mehr :-). Wir sind gespannt auf die Begegnung mit diesem Land und freuen uns auf die Vorbereitungen für einen neuen Weltjugendtag in drei Jahren!
Nach erfolgreichem Rückzug vom Campus Misericodiae (dank der Auskundschaftung des besten Rückwegs unseres Teams) feierten wir den Rest des Sonntags mit einer Dusche, Burgern und einem bunten Abend mit viel Lobpreis.
Einen kleinen Eindruck vom bunten Abend gibt es hier: Clip

Mit dem Montag naht auch schon der Abschied aus Krakau. Früh am Morgen verabschieden wir uns von unserer Unterkunft und begeben uns zu unseren Bussen, die uns nach Tschenstochau bringen, wo wir eine letzte gemeinsame Heilige Messe zusammen feiern, zu der auch die Lorettogemeinschaft zu uns stößt. Danach trennen sich die Wege der Lang- und Kurzfahrer. Während die einen den Heimweg antreten, geht es für die anderen an die Ostsee um den Weltjugendtag dort noch etwas nachklingen zu lassen.
Ein kleiner Videoabschiedsgruß: Clip

Nachprogramm an der Ostsee
Am Abend erreichen die Langfahrer schließlich Wladyslawowo an der polnischen Ostseeküste. Strand, Spaß, ein schönes geistliches Nachprogramm und BETTEN erwarten sie dort :-).
In der nahegelegenen Kirche geht das geistliche Programm im Stil des Weltjugendtags weiter mit Morgenlob und Katechese, der Heiligen Messe und Anbetung am Abend. Dazwischen geht es an den Strand zum Baden oder die Freizeit genießen oder in die Stadt zum Bummeln.
Hier gibt es einen Clip von der Anbetung in Wladyslawowo: Clip