Prayerfestival der JUGEND 2000 Rottenburg-Stuttgart

Wage das Abenteuer – Ausgang ungewiss…
Prayerfestival der JUGEND 2000 Rottenburg-Stuttgart

mit rockenden Liedern wie „We worship you/You are good“ und „Our God“ fand unser
Prayerfestival in Bad Wurzach am vergangenen Wochenende (27.-29. Oktober 2017) einen
feurigen Abschluss.

Nach 3 Tagen intensiven geistigen Inputs, toller Begegnungen, bester Verköstigung und
durchgehender Gegenwart des Herrn – sogar mit einer zusätzlichen Stunde Nachtanbetung –
ließen die Teilnehmer ihrem Jubel freien Lauf, sodass die Band die abschließende
Worshipsession unter Drängen der Prayerfestivalbesucher noch verlängerte.

Unter dem Slogan „Komm und Sieh“ fanden an diesem Prayerfestivalwochenende über 400
Teilnehmer ins Salvatorkolleg nach Bad Wurzach, wo sie am Freitagabend von Pfarrer Susak
(Davos) im Talk „Abendmahl reloaded – Wenn Gott beschließt gegenwärtig zu sein“ in die
Realpräsenz Gottes in der Eucharistie geführt wurden. Pfarrer Susak verstand es den
Jugendlichen und jungen Erwachsenen in lebhafter Weise die Wichtigkeit eines authentisch
gelebten Christseins und Voranschreitens im Glauben darzulegen.

Darauf aufbauend erläuterte er am Samstag morgen unter dem Titel „Verrückt nach dir –
Wenn Gott dein Herz erobern will“ Gottes verrückte Liebe zu uns, die sich am Kreuz
offenbarte. Ausgehend von den Opferritualen des Volkes Israels verdeutlichte er den Willen
Gottes zur Gerechtigkeit, da die Liebe – ER selbst – nicht ungerecht sein kann. Mit Christi
Kreuzestod hat Gott uns alles erwirkt, was wir zu unserem Heil brauchen. In einem
musikalisch umrahmten Heilungsgebet legte Pfarrer Susak stellvertretend für alle
Teilnehmer die einzelnen Mauersteine unseres Herzens vor das Kreuz Jesu, damit wir immer
mehr fähig werden, seine Gnadengaben in Fülle zu empfangen.

Zu diesem persönlichen JA an Gott führte auch Pfarrer Sebastian Bucher (Ingolstadt) in
seinem Talk zur Beichte „Freiheit – Wenn Gott deine Last abnimmt“. Mit dem Film „6000
Punkte für den Himmel“ und einer Präsentation veranschaulichte er das kostenlose
Geschenk der Freiheit und der Ewigkeit bei Gott, das demjenigen gegeben wird, der Jesus
durch sein persönliches JA als Erlöser annimmt. Diese Annahme geschieht neben der Taufe
insbesondere auch in der Beichte, wo wir unsere Sünden als Frucht des verlorenen
Vertrauens in Gott bekennen und unsere Bedürftigkeit seiner Hilfe anerkennen, wobei wir
gleichzeitig die 6000 Punkte Karte erhalten, so Pfr. Bucher.

Anschließend erwarteten die Jugendlichen verschiedene Workshops wie Fußball, Harp &
Bowl, Entdeckung der christlichen Berufung (Made for Heaven) oder ein Männerworkshop
(Get Strong – Sei Du Selbst!), die alle große Resonanz fanden.

Parallel fand an diesem Samstag auch wieder unser Einkehrtag für Erwachsene statt –
diesmal mit Pater Wolfgang Held SAC und dem Titel „Der Geist und die Braut – Wie Gottes
Verheißungen real werden“. Erwachsene unterschiedlichen Alters, Eltern und auch JUGEND
2000ler, die nun schon mehrere Prayerfestivals erlebt haben, machten von diesem Angebot
regen Gebrauch. Kinder waren gleichzeitig in der Kinderbetreuung sehr willkommen, die
dieses Jahr neben Spiel und Spaß eine Kinderkatechese mit Sr. Susanna Maria und dem
Thema „Arche Noah“ zu bieten hatte. Wie immer fanden sich Eltern und Kinder dann in einer Pause des Einkehrtags in der Halle zusammen, um den eucharistischen Familiensegen
zu empfangen.

Mit einem mächtigen „Wir erheben uns im Glauben“ brachten Jugendliche, Erwachsene und
Band in der gemeinsam gefeierten Heiligen Messe die Halle bereits beim Eingangslied zum
Beben, sodass der Hauptzelebrant Superior Weber nach dem Gloria noch ein spontanes
Lobpreislied einforderte. Mit einer 45-minütigen Donner-Comedy- Zeugnis-Predigt zog Pfr.
Clemens Maria Henkel (Marienfried) die Zuhörer derart Bann, sodass auch Erstteilnehmer
danach bekundeten, dass selbst wenn sie gewollt hätten, sie sich nicht hätten ablenken
lassen können.

Das zentrale Thema lautete „Abenteuer“ – was heißt: Ausgang ungewiss! Es braucht dafür
Wagnis, Mut (=Angstbeherrschung) und Risikobereitschaft (die Inkaufnahme zu scheitern).
Um uns zu diesem Abenteuer mit Jesus zu beflügeln, ließ Pfr. Henkel uns alle teilhaben an
seiner Zeit vor, während und nach seiner Berufungsfindung, wo wir durch spektakuläre
Situationen geführt wurden und zuletzt mit ihm staunen durften, über die großen Dinge, die
er selbst nie erahnt hatte und doch von Gott längst vorbereitet waren.

Das gesamte Prayerfestival war von der Hinführung zur Lebensübergabe – zum persönlichen
JA zu Gott durchzogen, die nun beim Eucharistischen Gebetsdienst konkret werden durfte.
Mit einem hinführenden Talk („Fascination Holy Spirit – Wenn Gott deinen Grenzen
sprengt“) stellte Pater Held noch einmal die Vaterschaft Gottes heraus, in der wir alles
finden, was wir uns ersehnen. Durch die Vergegenwärtigung des göttlichen Wirkens im
Heiligen Geist legte Pater Held nochmals alle Schätze Gottes offen, die wir aus seiner
ausgestreckten Hand jederzeit empfangen dürfen, um ihn nicht nur wie die blutflüssige Frau
für einen kurzen Moment zu berühren, sondern in einem immerwährenden JA mit ihm
verbunden zu bleiben.

Nach einem intensiven eucharistischen Gebetsdienst, der laut Teilnehmerzeugnissen
wirklich zu Herzensberührungen beitragen durfte, erwartete uns am Sonntag morgen noch
ein letzter Talk über Maria mit Pfr. Daniel Rietzler (Weißenhorn). Unter dem Titel „Wahre
Größe – Wenn Demut die Schleusen des Himmels öffnet“ begann Pfr. Rietzler mit einem
Zitat von Papst Franziskus: „Wir kommen im Glauben nur voran, wenn wir zurückgehen.“ Mit
diesem Zitat regte Pfr. Rietzler an, Menschen der Erinnerung zu sein: Menschen, die wie
Maria sich der göttlichen Heilsgeschichte mit dem Volk Israel bzw. mit der Gemeinschaft der
Gläubigen und ebenso sich ihrer persönlichen Heilsgeschichte bewusst werden. Wie Maria
im Magnifikat diese Heilsgeschichte aufgreift, so dürfen auch wir die persönlichen
Erfahrungen von Gottes Wirken in unserem Leben immer wieder in Erinnerung rufen – so
innerlich zurückgehen – um daraus Kraft zu schöpfen und im Glauben weiter voran zu
kommen. Mit musikalisch untermalten Zeiten der Reflektion konnten die Teilnehmer dies
gleich umsetzen und so die Anregungen während des Talks bereits anwenden.

Bei der abschließenden Sonntagsmesse griff Pfr. Rietzler diese Gedanken nochmals auf und
verwies auf eine alte Bibel, die er aus dem Priesterseminar in Augsburg mitgebracht hatte.
Bezugnehmend zum Evangelium benannte er die Notwendigkeit, Gott, seinen Nächsten und
sich selbst zu lieben. Zuvor stehe aber die Liebe Gottes, die uns geschenkt ist, mit all den
Verheißungen, die wir in der Bibel finden. Die Bibel, die Pfr. Rietzler mitgebracht hat, stammt
ursprünglich aus Litauen. Im 1. Weltkrieg hatte ein deutscher Soldat sie dort aus einem brennenden Bauernhaus gerettet und sie unter seinem Mantel herausgetragen. Ein
russischer Soldat hat auf ihn gezielt, doch die Bibel hat die Kugel abgefangen und den
deutschen Soldaten dadurch gerettet. Mit dieser Begebenheit legte uns Pfr. Rietzler ans
Herz, die Bibel nicht unbedingt unter dem Mantel, aber Gottes Wort im Herz zu tragen,
damit auch wir kugelsicher den Schüssen des Teufels wiederstehen und so wahrhaftig immer
mehr in der Gottes- und Nächstenliebe und auch in die Liebe zu uns selbst wachsen können.
Passend zum Wochenende ermutigte er uns mit der Zeitumstellung auch eine
Lebensumstellung vorzunehmen, in der das Wort Gottes und dadurch seine Liebe, in
unseren Herzen immer mehr Raum bekommen und immer mehr Frucht bringen darf.

Rückblickend auf dieses Wochenende bleibt es uns einfach nur Danke zu sagen – an alle
Beter, Mitarbeiter, an unsere 14 Priester, Zeugnisgeber, Teilnehmer, Sponsoren, vor allem
aber an Gott, der uns zu diesem Wagnis einmal mehr befähigt hat und uns wieder einmal
staunen lässt über das Große, das er schenkt!